Verarbeitung
Zweimal im Jahr werden die Stöcke auf eventuellen Virenbefall untersucht,
zudem finden jährlich zwei Wurzelinspektionen statt, vorgenommen von Fachleuten
der Universität Stellenbosch. Der Schutz der Reben gegen Schädlinge erfolgt
durch Vorbeugung und sowie kontrolliertes, möglichst naturschonendes Spritzen.
So wurden die Stämme der Jungreben mit sog. „snapmax“-Hüllen versehen, die
Schutz gegen Insekten und Windschäden bieten und das Wachstum verbessern.
Aufgrund der guten Luftzirkulation um die Hügel machen Mehltau und Botrytis
wenig Probleme und verringern die Spritzungen auf ein Minimum.
Die Pflege der Weinberge liegt in der Hand von Mattie Bothma, Jahrgang 1970.
Der junge Agronom besuchte die Landwirtschaftsschule in Elsenburg und leitete
die für ihre Tafeltrauben weltberühmten Kirsten-Farmen in Paarl. Sein Können
setzte er auch bei der Anlage zweier Olivenhaine ein, die mit rund tausend
Bäumen das säurearme und aromatische Capaia-Öl hervorbringen.
Gesundes und vollreifes Lesegut ist die Grundlage eines jeden guten Weins.
Um ihr gesamtes Potenzial entfalten zu können, benötigt eine einzelne Weintraube
sechs bis sieben Hauptblätter. Diese gesicherte önologische Erkenntnis wird
auf Capaia mit der Begrenzung der Erntemenge auf maximal 1,2 Kilogramm Trauben
pro Weinstock umgesetzt.
Die Selektion geschieht im Weinberg durch „grüne“ Ernte. Die Lese erfolgt
von Hand, die Trauben werden zügig und in kleinen Behältern zur Kellerei
transportiert. Die Weiterverarbeitung ist denkbar schonend: Sie kommt ohne
Förderschnecken oder Saugpumpen aus und nutzt die Kraft der Gravitation
durch natürliches Gefälle.
Herzstück von Capaia ist die auf 200 Meter Höhe in den Hang hineingebaute
Kellerei. Sie wurde nach den Vorgaben von Tibor Gál und den Erfordernissen
einer zeitgemäßen Vinifikation errichtet und ausgestattet. An ihrer höchsten
Stelle, unter dem Dach, befindet sich die Entladestation. Hier werden die
roten Trauben entrappt, ohne Verletzung der Kerne gequetscht und wandern
direkt in die Gärtanks. Bei der Maischegärung der Rotweine setzen wir vollständig
auf Holz.
Genauer: auf 150-jährige französische Eiche in Gestalt von 52 Gärtanks mit
einem Fassungsvermögen von jeweils 5000 beziehungsweise 8000 Litern. Sie
sind temperaturregulierbar und kommen von der Tonnellerie Taransaud aus
Cognac, die diese gegenwärtig größte Holzvergärungsanlage der Welt im Juli
des Jahres 2003 durch ihre Spezialisten vor Ort vollendete.
Die Rotweine bleiben in der Regel 25 bis 30 Tage auf der Maische. Der Weißwein,
unser Sauvignon Blanc, wird ausschließlich in Edelstahltanks ausgebaut,
sechs an der Zahl, mit einer Kapazität von je 8000 Litern. Für den Ausbau
der Rotweine steht ein Fasskeller mit 1500 Barriques, ebenfalls aus dem
Hause Taransaud, zur Verfügung. Ständiger Kellermeister und Assistent von
Tibor Gál ist Tertius Naudé, Jahrgang 1978. Er stammt aus Johannesburg und
hat an der Universität Stellenbosch Kellerwirtschaft und Weinbau studiert.
